Mittwoch, 2. September 2009

Fünf Tage mit Snow Leopard

Gleich am Freitag, 28.08., lief ich los und besorgte mir bei Gravis für meinen iMac und mein MacBook jeweils eine Lizenz von Snow Leopard zum Stückpreis von rund 29 €. Nach diesen fünf Tagen ein kleines Resümee meiner bisherigen Erfahrungen:

Da die Installation von Leopard auf meinem iMac jetzt seit rund 1,75 Jahren lief und ich auch vorher nie eine wirkliche Neuinstallation durchgeführt habe, wurde es schon Zeit. Insbesondere der Start des Systems dauerte mittlerweile eine ganze Ecke, da ich auch viel ungenutztes beim Start mitgeladen habe. Teile der Installation waren mittlerweile rund vier Jahre alt, also noch aus der Zeit meines ersten Macs, auf dem Panther (10.3) vorinstalliert war. "Schnell" ein Backup via Time Machine gemacht, vorher noch ein wenig ausgemistet, der 28.08. konnte kommen.

Die Installationsparty verlief recht schmerzfrei. Ich habe parallel sowohl den iMac als auch das MacBook mit dem neuen System bespielt. Die Apps, die ich regelmäßig nutze, habe ich mir vorher in einer separaten Datei notiert, damit ich nach der Installation gar nicht erst großartig grübeln muss. Die Installation selbst verlief wie zu erwarten war vollständig stressfrei. Das System war nach rund 25 Minuten auf beiden Geräten aufgespielt, nach weiteren drei Minuten erfolgte der erste Login. Keine Probleme bisher.

Nach der erfolgreichen Installation richtete ich zuerst meinen MobileMe-Account ein, was schon mal dafür sorgte, dass meine Lesezeichen, Mailaccounts, Schlüsselbunde, etc. wieder auf beiden Maschinen vorhanden waren. Wer noch keinen solchen Account hat, hier meine ganz klare Empfehlung. Wenn mal ein neuer Mac kommt und man den komplett frisch machen möchte, nimmt einem dieser "Luxus" einen Großteil der Fitzelarbeit. Alternativ kann man natürlich auch einfach das Time-Machine-Backup wieder einspielen, was ich vor rund einem halben Jahr mal getestet habe. Das lief einwandfrei, sämtliche Einstellungen, Treiber, etc. waren nach dem Abschluss der Installation wieder vorhanden. Time Machine rockt :-D.

Danach begann ich damit, meine Apps zu "installieren", ich habe also einfach die aktuellen Versionen sämtlicher Anwendungen runtergeladen und ins Programme-Verzeichnis gezogen. Bei einigen Anwendungen musste ich noch das entsprechende Unterverzeichnis aus ~/Library/Application Support aus meinem Backup holen. Läuft. Schnell noch die Seriennummern eingegeben, wo notwendig, alles lief wieder und die alten Daten waren wieder vorhanden.

Ausnahme bildeten hier 1Password, Growl (nur auf dem iMac), Perian und Cameras. 1Password lässt sich leider nur dann nativ unter Snow Leopard betreiben, wenn man das kostenpflichtige Upgrade auf Version 3 vornimmt, die bisher erst in einer Beta vorliegt. Na gut, da ich 1Password seinerzeit im MacHeist-Bundle erworben habe, war ich bereit, die rund 20 $ (also ca. 14 €) zu investieren. Die neue Version läuft stressfrei und importierte brav alle Daten aus der Version 2. Von Growl musste ich eine Betaversion installieren, da die aktuelle Final beim Aufruf des Preference Panes jedes Mal abstürzte. Die Beta behob dieses Problem. Cameras hingegen funktioniert gar nicht, was schade, aber nicht lebenswichtig ist. Angeblich, laut Quellen im weltweiten Netz, soll Snow Leopard eine entsprechende Funktionalität bereits mitbringen. Cameras ist ein nettes kleines Plugin, was Präferenzen für die jeweilige Kamera festlegt, da ich nicht jedes Mal, wenn ich mein iPhone anschliesse auch iPhoto öffnen möchte. Beim Anschluss meiner DSLR hingegen ist das schon wahrscheinlicher. Perian lässt sich derzeit auch noch nicht zum Laufen bewegen, aber ich hoffe auf eine kurze Reaktionszeit der Entwickler. Schade eigentlich, die Entwickler-Versionen von Snow Leopard gibt es ja schon eine ganze Weile.

Mein Drucker, ein netzwerkfähiges Multifunktionsgerät von HP, HP LaserJet M1522N, konnte ohne Treiberdownload sofort installiert werden und wurde auch korrekt vom System identifiziert. Also drei Mausklicks, fertig. Der Scanner funktioniert leider nicht, also muss ich wohl den Treiber von HP doch wieder installieren. Schade.

Alle anderen Anwendungen funktionierten sofort und einwandfrei, obwohl für einige der von mir verwendeten Anwendungen noch Updates nach der Installation herauskamen, die Probleme mit Snow Leopard beheben sollten, von denen ich aber auch nichts mitbekommen habe. CoverSutra und TextMate sind Beispiele dafür. Die Anwendungen liefen, trotzdem kamen vom Hersteller Updates, in deren Changelog zu lesen war, dass sie Kompatibilitätsprobleme mit Snow Leopard beheben sollen.

Pro Maschine habe ich in etwa zwei Stunden für die vollständige Wiederherstellung inklusive Installation gebraucht. Ein ziemlich guter Wert, bedenkt man die Anzahl der Anwendungen, die ich bei mir installiert habe. MobileMe und Time Machine waren dabei aber wirklich sehr hilfreich, obwohl ich die automatische Wiederherstellung, die Time Machine anbietet, nicht genutzt habe.

Witziges Detail übrigens am Rande: PHP ist in Snow Leopard in der brandaktuellen Version 5.3.0 vorinstalliert, Rails war nach einem "sudo gem update --system && sudo gem update" sofort ebenfalls auf dem brandaktuellen Stand. Für Webdeveloper also ein wirklich sehr gut geeignetes System.

Der angekündigte Geschwindigkeitsschub ist geringer ausgefallen, als ich es mir erhofft hatte, aber trotzdem mehr als nur spürbar. Der eigentliche Neustart geht eine ganze Ecke flotter vonstatten, wobei die Zeit mit einem frisch installierten Leopard meinem Erinnerungsvermögen nach mithalten kann. Gegen Ubuntu 9.04 weiterhin keine Chance, Windows 7 mindestens ebenbürtig. Beinahe sämtliche Anwendungen starten nun merklich schneller und meine virtuellen Maschinen mit VMware Fusion 2 bremsen das System nun nicht mehr so aus, wie das vorher der Fall gewesen ist.

Sowohl der zeitliche als auch der finanzielle Aufwand für das Update haben sich mehr als gelohnt. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit Snow Leopard und suche immer noch nach den neuen Klein-Features, die Apple mit diesem Update eingeführt hat. QuickTime X beispielsweise ist nun wirklich toll, vorher war QuickTime immer etwas... strange. Hab das Programm weder lieben noch hassen gelernt, aber wirklich begeistert war ich davon nie. Die neue Monospace-Schrift Menlo macht im Terminal einen wirklich guten Eindruck und lässt sich besser lesen als das alte Courier.

Wer noch nicht zugeschlagen hat, erhält hiermit meine ganz klare Empfehlung. Die als Upgrade verkaufte DVD ist übrigens eine vollwertige Installations-DVD, die auch ohne vorinstalliertes Leopard funktioniert. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende Kompatibilität für Pre-Intel-Macs. Dieser Schritt ist aber sicherlich auch zu einem guten Teil für den Geschwindigkeitsschub verantwortlich.

Posted via email from ulfklose's posterous

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen